Zugegeben, die Frage in der Überschrift könnte man schon fast philosophisch sehen, denn über die unterschiedlichen Ansichten zur Gartengestaltung können endlose Diskussionen entstehen…

Während der eine seinen Garten fast architektonisch genau anlegt, wobei dann auch möglichst alles auf den Millimeter genau aufeinander abgestimmt sein soll, bevorzugt es der andere, wenn es in seinem Garten so nach Herzenslust sprießt und wächst, wie es die Pflanzen gerne wollen.

Noch andere wiederum wollen nur eine Farbe im Garten sehen: Grün. Und dann gibt es auch noch alle die, die sich an Farben gar nicht satt sehen können.

Wie also kann man seinen Garten am besten gestalten? Ein schwieriges Unterfangen, aber kein unlösbares…

Bevor Sie in die Baumschule oder den Baumarkt eilen, sollten Sie einige grundlegende Aspekte berücksichtigen. Nicht jede Gartenart ist für jeden “Verwendungszweck” bzw. Raumangebot und Lage geeignet. Stellen Sie sich am besten folgende Fragen:

  • Wie und zu welchem Zweck soll der Garten überhaupt genutzt werden?
  • Für wieviele Personen ist der Garten? Sind Kinder vorhanden?
  • Harmoniert mein Garten und seine Bepflanzung/Bebauung mit Nachbars Garten?
  • Wie ist der Untergrund beschaffen (wichtig für Zaun, Rasen oder Gartenteich)?
  • Welches sind meine Prioritäten (Grillstelle, Gemüsegarten, Rasenfläche etc.)?
  • Wieviel Platz ist für Gartenmöbel, Gerätehaus, Brunnen, Kompost etc, vorhanden?

Wir stellen Ihnen im Folgenden drei verschiedene Möglichkeiten für Ihr eigenes kleines Paradies vor. Was Sie dann daraus machen, dass wird sich zeigen – und Ihnen hoffentlich sehr viel Freude bereiten.

 

Der Englische Garten

Wie gestalte ich meinen Garten - Englischer GartenEines dürfte jedem klar sein: Je genauer man es mit seinem Garten nimmt, umso mehr Arbeit muss man hineinstecken. Für einen typischen Englischen Garten trifft das im besonderen zu, denn da wird nichts dem Zufall überlassen.

Da steht zunächst einmal die grundsätzliche Entscheidung an:

Wie groß soll die Rasenfläche sein, wo sollen Blumenbeete hin und wo die Sträucher, die unweigerlich zu einem Englischen Garten gehören?

Ein typisch englischer Rasen besticht durch eine satte grüne Farbe und einen dichten Wuchs. Die Fläche sollte nicht zu klein gewählt werden, damit so ein stattlicher Rasen auch gut zur Geltung kommt. Bei richtiger Pflege wird er besonders trittfest, was gleichermaßen bedeutet, dass er nicht nur eine wahre Augenweide ist, sondern dass er auch genutzt werden kann.

Kein Wunder, sind die Briten doch absolute Cricket-Fans, und dieser Sport wird eben auch auf dem Rasen gespielt. Dieser sollte dann aber auch alle fünf bis sieben Tage nicht nur geschnitten, sondern auch gedüngt werden.

Typisch englisch wäre es nun, an den Rändern wintergrüne Sträucher anzupflanzen. Durch sie bleibt der Garten das ganze Jahr über prächtig grün und gefüllt. Der September ist übrigens der ideale Monat, um Ihre wintergrünen Sträucher zu pflanzen!

Keinesfalls sollten aber Rosen fehlen, ob als Strauchform oder an den ebenfalls überaus typischen englischen Rosenbögen, die z.B. als Eingang zum Garten oder auch zur Terrasse dienen können. Sie müssen dann ja nicht unbedingt Tee trinken, wenn Sie Kaffee lieber mögen.

 

Wie gestalte ich meinen Garten - Zen GartenDer Zen-Garten

In Mode gekommen sind in den letzten 10 bis 20 Jahren auch Japanische Gärten, die oftmals auch als Zen-Gärten bezeichnet werden.

Zen steht dabei für die japanische Ausprägung einer buddhistischen Strömung. Wenn man sich das vor Augen führt, dann kann man fast schon selbst darauf kommen, wie so ein Zen-Garten aussieht: relativ spartanisch.

Die Kunst ist dabei, mit nur minimalen Mitteln einen maximalen Effekt zu erzielen. Dabei geht es nicht um Effekthascherei, sondern vielmehr um die Kunst des Weglassens. Gerade diese Einschränkung verstärkt den Effekt und der Garten regt die Fantasie an.

Nach der Lehre des Zen-Buddhismus soll der Mensch danach streben, in Harmonie mit sich selbst zu leben. Was liegt da näher als Ruhe und Meditation, und gerade dafür eignet sich ein Zen-Garten hervorragend…

Und noch etwas ist ganz besonders wichtig und steht im konträren Gegensatz zu Englischen , holländischen oder eben auch deutschen Gärten: Das Schöne an einem Zen-Garten ist nicht seine Pflege und Unterhalt, sondern vielmehr das Prinzip, ihn in Ruhe zu lassen, also einfach nur die Ansicht zu genießen.

Weiße Kiesel rund um Bäume und Felsen sind typische Eigenarten eines Zen-Gartens. Gearbeitet wird allerdings immer mit ungeraden Zahlen. Zum Beispiel 15 Felsblöcke, verteilt in scheinbar zufällig entstandenen Gruppen von 7, 5 und 3. Zusammen bilden sie aber doch wieder eine Einheit.

Dieses für Europäer vielleicht unsinnig anmutende „Ordnen“ der Felsblöcke ist dabei eine Kunst für sich, die strenge Grundregeln erfüllen muss. Symbolismus ist von großer Bedeutung: Geharkter Sand steht zum Beispiel für den Ozean und die Abwesenheit der Gedanken, strömendes Wasser spiegelt den Brunnen des Lebens wider.

Welche Pflanzen nehme ich für meinen Zen-Garten?

Hoch wachsender Bambus als Allererstes, er ist absolutes Muss. Es sollte aber darauf geachtet werden, das Wurzelwerk dieser schnell wuchernden Pflanze in einem eingegrabenen großen Topf oder Kübel ohne Boden einzubringen. Ansonsten kann es passieren, dass in ein paar Jahren der ganze Garten ein großes Bambusfeld geworden ist.

Für einen sonnigen Platz wählen Sie zum Beispiel eine Azalee auf Stamm oder einen japanischen Ahorn (Acer palmatum Atropurpurea) mit fein genervtem Blatt. Sehr schön macht sich dieser auch an einem kleinen Wasserlauf.

Silbertanne (Abies koreana), Zierprunus oder die säulenförmig wachsende japanische Zierkirsche (Prunus serrulata Amangova) sowie die im Winter und im Frühjahr prächtig blühende Prunus subhirtella Autumnalis eignen sich hervorragend für eine Bepflanzung, nur – wie auch eine Magnolie – nicht an zu schattigen Plätzen. Dort machen sich Farne wesentlich besser. Aber immer daran denken: Alles schön in ungerader Anzahl!

 

Der Gräser-Garten

Wie gestalte ich meinen Garten - Gräser GartenGarten gleich Gras gleich Rasen – so lautet wohl die unwillkürliche Formel der meisten Gartenbesitzer. Aber es geht auch anders, weg von dem Einerlei…

Für einen schönen grünen Teppich wäre es nicht verkehrt, sich einmal bei den Bodendeckern umzuschauen. Auf einigen davon kann sogar gelaufen werden, sie fungieren hervorragend als Rasen und sind dabei doch etwas ganz anderes als der traditionelle Rasen.

Haben Sie schon einmal den Namen Quendel gehört? Nein? Dann haben Sie einen fantastischer Rasenersatz noch nicht kennengelernt. Quendel ist ein grün bleibende Kriecher, der Pollen bildet, die sich schnell ausbreiten. Und betreffend des Schneidens fordert so ein Quendelrasen kaum Unterhalt. Ideal also, wenn jemand nicht ganz so viel Zeit für die Gartenpflege aufbringen kann – oder will.

Pro Meter sollten es mindestens zehn junge Pflanzen sein, dann bilden sie innerhalb eines Jahres einen dichten Teppich, und wenn dieser dicht ist, dann ist er sogar trittfest. Eine echte Alternative zum herkömmlichen Rasen also.

Aber es darf nicht nur auf dem Quendel-Teppich gelaufen werden, es sollte sogar gemacht werden, denn dann wird ein herrlich krautiger Duft freigesetzt. Und für die Freunde eines farbigen Gartens gibt es noch eine Zugabe: Quendel wird im Sommer mit einer Menge von kleinen rosa Blüten bedeckt – ein ganz besonderen Effekt, der garantiert interessierte und auch neidische Blicke auf sich ziehen wird.

Ein anderer Rasenersatz der Kriechwacholder (Juniperus horizontalis ‘Wiltoni’)…

Dieser strauchartige Bodendecker hat Zweige, die sich schell zu einem Teppich von blaugrünen Blättern ausbreiten. Das Beste daran: diese Pflanze hat kaum Ansprüche und braucht nur einen gut durchlässigen Boden und Sonne. Pro Meter werden für einen dichten Teppich ungefähr vier Pflanzen benötigt. Und auch hier gibt es die Vorteile gleich im Sammelpack, denn das Schneiden ist im Prinzip nicht notwendig.

Zugegeben, die Ausstrahlung eines Kriechwacholder-Teppichs ist etwas robust und ungewöhnlich. Aber wenn dieser mit beeindruckenden Pflanzen kombiniert wird, sollte sich auch hier ein bewundernder Aha-Effekt bei jedem Betrachter einstellen. Zur Kombination eignen sich ganz besonders großwachsende Gräsern wie das Pampasgras.

 

Übrigens: Ein Rasen – welcher Natur er auch sein mag – besteht natürlich nicht nur aus der grünen Mittelfläche, sondern auch aus allem, was darum herum versammelt ist.

Mit geschickten Übergängen und kreativen Spielereien bekommt jeder Garten das gewisse Etwas. Lassen Sie sich bei Ihrer Gartengestaltung von Ihrer Phantasie oder anderen Gärten inspirieren.

Wenn Sie besonders hochwertige Gartengestaltung anstreben und etwas ganz Besonderes aus Ihrem Grundstück machen wollen, empfehlen wir Ihnen den Online-Kus von Gartenfachmann Thorsten Schuchardt:

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